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Fés Tag 3 Reklamation und Abreise

Langer Abend, kurze Nacht. Um 8 Uhr heißt es Aufstehen, Frühstücken, Moped abschnallen, Aufsatteln und ab nach Fés. Mittlerweile kennt die Honda den Weg nach 4x Fahren auswendig.
Bei der Medina angekommen, war unser erster Weg zum Lieblingscafé unseres Guides. Leider war zwar sein Auto am Parkplatz aber er nicht im Café.
Wer sich noch an die von mir genannten gravierenden Vorteile erinnert, kann sich vielleicht vorstellen wie es ist, zwei Geschäfte ohne Guide in einem Wirrwarr von krummen Straßen, tausenden Menschen und ohne Adressdaten zu finden.
Eine Medina hat Straßen, die keiner Logik folgen. Also man kann nicht sagen, ich muss weiter nach links und geht dann auch die nächste links. Die Straßen sind nicht gerade, und führen in den. Meisten Fällen nicht zur gewünschten Himmelsrichtung. Noch dazu kommt, man weiß nie vorher, ob es eine Sackgasse ist.
Wir haben letztendlich, den Lederladen mit marokkanischer Hilfe gefunden. Man muss dazu sagen, die marokkanischen Hilfen enden meist mit einer Provision des jeweiligen Geschäftes.
Bei uns sah das aber anders aus. Unser Guide wird höchstwahrscheinlich noch einen Satz heiße Ohren bekommen haben, hat er doch zwei unzufriedene Kunden, die den Weg nie alleine geschafft hätten, mit einer Reklamation angeschleppt. Tja, thats life. Einmal gewinnt der Eine, einmal verliert der Andere.
Wir sind gleich in das Stockwerk der Lederjacken gegangen und haben zielstrebig die am Vortag anprobierte Musterjacke gezogen und anprobiert.
Auf die Ärmellänge und Jackenlänge gezeigt, die gelieferte Jacke angezogen und es war dem Verkäufer klar wo das Problem lag. Der Vorarbeiter des Schneiders wurde geholt und ihm erklärt, das das Produkt in zwei Stunden fertig sein muss.
Da wir ja noch eine weitere Aktion (Safran) hatten passte das in unseren Zeitplan. Das schwierige an der nächsten Aktion war allerdings, wir suchten ein Geschäft (Kooperative) das es nicht nur einmal in Fés gibt sondern sehr viel öfter. Und das in einem Straßenwirrwarr, wo es leicht vorkommen kann am gleichen Geschäft zweimal vorbei zu laufen.
Bei dieser Sache spielte uns allerdings erneut das Glück (erst nach 1,5 Stunde) in die Karten. Wir trafen auf unseren Guide. Er war kurz zu deinem Auto zurückgekehrt.
Als er von unseren Problemen hörte ging es sofort in die richtige Kooperative. Dort angekommen war auch noch zufällig der Patrone da und nahm sich dem Thema an. Zuerst wollte man uns nicht verstehen, dann erzählte man von einem älteren Safran und letztendlich zog der Patrone selbst los um Safran auf dem Markt zu besorgen.
Er kehrte mit einem Döschen von den gekauften 10 Gramm zurück und überreichte es uns. Nach gründlicher deutscher Untersuchung, kam das Urteil -> ja, das ist orginal Safran.
Da wir beim ersten Döschen für 10 Gramm gerade mal 3€/Gramm gezahlt hatten, kann ich mir nicht vorstellen, dass es für ihn ein lukratives Geschäft war. Marktüblich Marokko = 5-6€, Ausland = 19$.
Nach getanem Umtausch ging es über einen kleinen Umweg (Fressbuden für Marokkaner) zum Ledergeschäft. Dort angekommen, die jetzt passende Jacke abgeholt und ab Richtung CP.
Mittlerweile war es 14 Uhr und wir zogen los nach Ouezzane. Dies war allerdings nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Chefchaouen.